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Von Katharina Putzer Wenn Georg Rejmanowski aus dem Fenster schaut, ärgert er sich. Der 39 Jahre alte Diplom-Verwaltungswirt lebt mit seiner Familie in einer Doppelhaushälfte an den Langenstücken, einer Wohnstraße unweit vom Heegbarg, wo neben dem Alstertal-Einkaufszentrum (AEZ) vier Bürogebäude des Management-Unternehmens ECE stehen.
Von wohnen in Idylle kann in den umliegenden Straßen keine Rede mehr sein, meint Rejmanowski: "Unsere Straße wird bereits jetzt als Dauerparkplatz von AEZ-Kunden und Angestellten genutzt (wir berichteten). Außerdem ist sie eine beliebte Ausweichmöglichkeit zu den Hauptverkehrswegen." Stefan Glaser, Mitarbeiter der Einsatzabteilung des Polizeikommissariats am Wentzelplatz, bestätigt, dass sich die Parksituation im Laufe der vergangenen acht Jahre mit dem Wirtschaftswachstum und der Einführung von Gebühren auf den AEZ-Parkplätzen verschärft hat. "Konkrete Messungen, die eine allgemein gesteigerte Verkehrsdichte nachweisen, liegen aber noch nicht vor", sagt er. Viele Anwohner befürchten jedoch aus aktuellem Anlass eine Verschärfung der Situation: ECE will ein weiteres Gebäude auf dem großen Büro-Areal errichten. "Planmäßiger Baubeginn für sechs Stockwerke und ein Staffelgeschoss ist April 2008", berichtet die ECE-Projektmanagerin Dorothee Martin. Das Unternehmen bestreitet eine erhöhte Parkbelastung durch 700 neue Angestellte. Martin: "Die Hälfte der Mitarbeiter hat eine Proficard vom HVV. Generell können alle ihr Auto kostenlos in der Tiefgarage abstellen." Wer also sind die Dauerparker von Langenstücken? Pendler, Einkaufsbummler oder Büromenschen? Auch der stellvertretende Centermanager Amer Sandawi wehrt ab: "Wir bieten preiswerte Parktarife ab 60 Cent die Stunde. Die schlechte Parksituation an den Anliegerstraßen wird vor allem durch das P&R-Angebot der Bahn verursacht und nicht von AEZ-Besuchern." Anwohnerin Manuela Gnauck-Stuwe weiß, dass eine Klärung des Problems genauso unwahrscheinlich ist, wie ECE vom Bau des fünften Bürgebäudes abzuhalten. Das will sie auch nicht: "Wir sind keine Verhinderer, sondern fordern verträgliche Lösungen" sagt die Juristin. Am liebsten würde sie mit ihrer Familie umziehen. Aber: "Unser Haus hat durch die unmittelbare Nähe zu den Bürogebäuden an Wert verloren." Deshalb setzt sich Gnauck-Stuwe für intelligente Verkehrsideen ein - wie Tempo 30 oder Anwohnerparken: "Stellung beziehen ist wichtig. Sonst wird man bald nicht mehr wahrgenommen." Diesen Gedanken teilen auch Rejmanowski und viele andere AEZ-Anwohner. erschienen am 28. August 2007 |