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Wilhelmsburg wird Szeneviertel - und Poppenbüttel Kurort
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Poppenbüttel bald Kurort?


Nach Ansicht des Trendforschers Peter Wippermann prägen gut situierte Senioren und junge Kreative bald die Stadtviertel.

In Poppenbüttel, dem Stadtteil mit dem größten Seniorenanteil, wird es nach Ansicht von Wippermann in Zukunft zugehen wie in den Kurparks von Baden-Baden. Schon jetzt sind rund 30 Prozent der Einwohner älter als 65 Jahre. Die gut situierten älteren Herrschaften würden dann den Ton angeben, Kinderlärm woanders stattfinden. Auch Eimsbüttel und Winterhude würden durch das Altern ihrer Bewohner ähnliche Tendenzen zeigen. Zurzeit gebe dort die Altersgruppe der 30- bis 40-Jährigen den Ton an.

Wenn Wippermann in die Zukunft schaut, sieht er eine dramatische Änderung vor allem für Wilhelmsburg voraus. Das Dorf auf der Elbinsel werde sich zum Szeneviertel mausern, wie es jetzt Ottensen darstelle, glaubt er. Poppenbüttel dagegen mutiere zum "Baden-Baden von Hamburg", Eppendorf könne das "Kensington" und Billbrook das Problemviertel der Elbmetropole werden. Die bunten Quartiere wie Ottensen und die Schanze werden nach Ansicht Wippermanns bürgerlicher, die Hafencity zur Touristenattraktion.


Durch die bevorstehenden Großereignisse wie Internationale Gartenschau und Internationale Bauausstellung werde es in Wilhelmsburg einen "enormen Wachstumsschub" geben, so Wippermann. Dorthin zögen schon jetzt viele junge Leute und Studenten des preiswerten Wohnraums wegen. Mitglieder der "kreativen Klasse" fänden dort Platz für ihre Projekte und Ideen, die sie dort unkonventionell ausleben könnten wie die "Bohemiens" im Paris des 19. Jahrhundert.


Während Wippermann Eppendorf zum Nobelviertel mutieren sieht, glaubt er, dass das Schanzenviertel den jetzigen Platz von Eppendorf einnehmen könnte als junges, quirliges Quartier mit schicken Läden und Restaurants. Für die Hafencity sieht er pulsierendes Leben Tag und Nacht voraus, eine Touristenattraktion, wie sie jetzt die Landungsbrücken und Umgebung darstellten. Soziale Verwerfungen allerdings befürchtet der 57 Jahre alte Trendforscher für Billbrook, einen Stadtteil, in dem nur rund 17 Prozent der Menschen älter sind als 65 und in dem 90 Prozent der Schüler ausländischer Herkunft sind. "Wir müssen die Gettobildung durch einen breit angelegten Sprachunterricht aufbrechen und so einen Beitrag zur Integration leisten." Dazu müsse die Stadt mehr Geld in die Bildung investieren.


Verschärft werde das Problem in Billbrook noch durch ein interkulturelles Problem, glaubt Wippermann. Der größte Teil der Lehrkräfte an den Schulen des Stadtteils und seiner Umgebung seien Frauen. "Für Jungen mit Migrationshintergrund ist das bei der Erziehung nicht immer förderlich", so seine Ansicht. Die Billbrooker Schüler brauchten mehr männliche Erzieher und Lehrer als Vorbilder.


Quelle:
http://www.welt.de/data/2007/01/22/1185121.html
 
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