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Zwei Rentner sahen rot - Taxifahrerin verprügelt |
Zwei Rentner sahen rot - Taxifahrerin verprügelt"Eine blöde Situation im Straßenverkehr, die von den Angeklagten aufgebauscht wurde", sagt der Staatsanwalt. Mahnend schaut er zu den Delinquenten. Auf der Bank der Anklage ein unbescholtenes Rentner-Ehepaar: Ingrid (63) und Walter S. (69), die im Ärger über eine Taxifahrerin in Sekunden die Nerven verloren und zu Verkehrsrowdys wurden. Der Vorwurf: Körperverletzung.
Der Amtsrichter seufzt genervt: Ärger über Verstöße von Autofahrern "anschließend im Gespräch zu lösen, davon kann ich nur dringend abraten".
Der Fall: 8. Februar 2007, Stau in Poppenbüttel. Taxifahrerin Christel B.(57) wollte vor dem Wagen der Angeklagten auf eine Hauptstraße einbiegen - die Rentner fuhren forsch zu. Die Taxichauffeurin musste eine Vollbremsung machen - und war sauer. Frau B., noch voller Groll, ging zum Wagen der Rentner: Als sie die Beifahrertür öffnete, bekam sie gleich eine Ohrfeige - von Ingrid S. Nun trat der Ehemann in Aktion. Er zog am roten Schal der Taxifahrerin. So heftig, dass ihr Kopf auf das Autodach knallte. "Äußerst brutal, eine hochgefährliche Situation", meint der Amtsrichter. Die Folge: Statt ihrer Vorderzähne hat die Taxifahrerin nun dort eine Prothese.
"Ich dachte, ich würde überfallen", verteidigt sich die Rentnerin. Ihr Mann: "Wir waren im Recht, ich hatte Vorfahrt." Beide bestreiten die Anklage. Das Urteil: 3150 Euro Geldstrafe für den Rentner, 200 Euro für seine Frau. Der Richter: Die Überfallthese sei "Schrott und Asche, eine Nebelbombe, auf die das Gericht nicht reinfällt." Mittags überfallen, im Auto? "Wir sind hier nicht in Chicago, sondern in Hamburg."
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